Wir stehen für einen bedürfnisorientierten Ansatz bei der Begleitung unserer autistischen Kinder, der darauf abzielt, die individuellen Bedürfnisse, Fähigkeiten und Herausforderungen unserer Kinder im Autismus-Spektrum zu verstehen und zu respektieren.

Verhaltenstherapeutische Ansätze (z.B. Applied Behavior Analysis), die lediglich auf die Anpassung autistischer Kinder an die gesellschaftliche Norm abzielen, ohne die individuellen Bedürfnisse in den Vordergrund zu stellen, lehnen wir ab, da sie nachgewiesenermaßen zu schweren Traumata und massiven Spätfolgen führen können. 

Wir glauben nicht an eine Heilung von Autismus. Für uns ist  "Autismus ist eine Art des Seins. Er ist allgegenwärtig; er färbt jede Erfahrung, jede Wahrnehmung, jeden Gedanken, jede Emotion und jede Begegnung, jeden Aspekt des Daseins."

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Bedürfnisorientierte Begleitung bedeutet für uns:

1. Individuelle Bedürfnisse verstehen

Jedes autistische Kind ist einzigartig, und es ist wichtig, die spezifischen Bedürfnisse und Ressourcen des Kindes zu erkennen. Dies erfordert eine sorgfältige Beobachtung und Kommunikation mit dem Kind, sowie die Bereitschaft die eigene gesellschaftliche Sozialisierung zu hinterfragen.

2. Kommunikation anpassen

Autistische Kinder haben oft unterschiedliche Kommunikationsstile und -bedürfnisse. Ein bedürfnisorientierter Ansatz bedeutet, die Art und Weise der eigenen Kommunikation an die Bedürfnisse des Kindes anzupassen. Das kann verbale und nonverbale Kommunikation einschließen. Auch die Akzeptanz nicht von Anfang an von einem gemeinsamen Kommunikationssystem auszugehen, sondern Schritt für Schritt ein gemeinsames Verständnis von Signalen und Bedeutungen zu entwickeln kann für eine bedürfnisorientierte Kommunikation notwendig sein.

3. Sensorische Verarbeitung

Viele autistische Kinder haben besondere sensorische Bedürfnisse. Dies kann sich auf Licht, Geräusche, Textur, Haptik bestimmter Stoffe oder andere sensorische Reize beziehen. Es ist wichtig, diese Bedürfnisse zu verstehen, zu akzeptieren und entsprechende Unterstützung zu bieten.

4. Flexibilität und Anpassungsfähigkeit

Ein bedürfnisorientierter Ansatz erfordert Flexibilität und die Fähigkeit, sich an die sich ändernden Bedürfnisse des Kindes anzupassen. Dies bedeutet, dass die eigene Art sein Kind zu begleiten auch hinterfragt und im Laufe der Zeit auf die sich ändernden Bedürfnisse angepasst werden kann.

5. Respektieren der Selbstregulation

Autistische Kinder entwickeln oft Strategien, ihre Emotionen und Bedürfnisse selbst zu regulieren (Stimming). Es ist wichtig, ihre Strategien zu respektieren, sie nicht zu unterdrücken und ihnen dabei zu helfen diese weiterzuentwickeln, auch wenn die Strategien der Selbstregulation aus der neurotypischen Perspektive nicht immer schlüssig erscheinen sind sie für autistische Menschen von elementarer Bedeutung.

6. Empowerment

Es ist wichtig dem Kind die Möglichkeit zu geben, Entscheidungen zu treffen die helfen sich in seiner Umgebung wohlzufühlen. Dies fördert das Selbstvertrauen und Autonomie. Empowerment sollte dabei als ein kontinuierlicher Prozess verstanden werden der sich im Laufe der Zeit entwickelt und auf die individuellen Bedürfnisse und Ziele jedes autistischen Kindes zugeschnitten ist.

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